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Dietzenbach - Politik

Grüne Vision: Mega-Kreisel nahe Waldacker

Dietzenbach/Rödermark (DZ/kö) – Deutschland ist auf den Geschmack gekommen. Die Autofahrer entdecken das Strickmuster „‘ne viertel, halbe oder dreiviertel Runde drehen“, wenn es ums Abbiegen geht. Kreisel waren im vergangenen Jahrhundert eine französische Spezialität. Hierzulande galten sie als Exoten. Das hat sich gründlich geändert – und ein Ende des Trends ist vorerst nicht in Sicht. Jüngstes Beispiel für den „Run aufs Rondell“, der auch im Kreis Offenbach zu beobachten ist: Die Grünen liebäugeln damit, die sogenannte Waldacker-Kreuzung (Schnittpunkt von B 459 und K 174) in einen Kreisel umzuwandeln.In der Kreistagssitzung am kommenden Mittwoch (8.) wird die Grünen-Fraktion mit einem entsprechenden Antrag vorstellig werden. Prüfen, was ein Kreiselbau an derart exponierter Stelle kosten würde, wie das Ganze verkehrstechnisch angepackt werden müsste und was es unter dem Aspekt „guter Fluss“ bringen könnte: Das wird die Verwaltungsspitze des Kreises Offenbach tun, wenn das Parlament mehrheitlich für den Vorstoß votiert.

Apropos „exponiert“: Bei der ampelgesteuerten Waldacker-Kreuzung, gelegen zwischen dem Dietzenbacher Ortsausgang (Vélizystraße) und dem Norden des Rödermärker Stadtgebietes, handelt es sich um eine „heiße Nummer“, was die Frequentierung anbelangt. Kurzum: Um eine Hauptschlagader des Kreises, wenn vom morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr die Rede ist.

Viel Verkehr, stattliche Straßenbreite: Um dieser Dimension gerecht zu werden, müsste ein Mega-Kreisel entstehen. Der entscheidende Punkt aus Sicht der Grünen: Ein solcher „Verteiler“ würde das Linksabbiegen von der K 174 Richtung Dietzenbacher Gewerbegebiet (Waldstraße) wieder ermöglichen. Er böte zudem eine gute Lösung für den angestrebten Radweg-Lückenschluss zwischen den Nachbarstädten.

Diese Auffassung vertritt die Kreistagsabgeordnete Andrea Wacker-Hempel. Die derzeitige Situation an der Kreuzung ist nach Ansicht der Grünen-Politikerin für Dietzenbach unbefriedigend.

Zwar habe sich nach der Kappung der Linksabbiegerspur Richtung Gewerbegebiet die Situation für die Anwohner der Hauptstraße in Waldacker etwas entspannt, weil nun längere Abflusszeiten (Grünphasen) für die durch den Rödermärker Norden rollende Fahrzeuglawine zur Verfügung stünden.

Doch die Kreisstadt hat nach Meinung Wacker-Hempels (die dort lebt) den Schwarzen Peter gezogen. „Gerade der Lkw-Verkehr, der das Gewerbegebiet-Nord zum Ziel hat, sucht sich vermehrt seinen Weg durch Dietzenbach. Teure Straßensanierungen zu Lasten der Stadt sind ein Teil der Folgen.“

Der Kreiselbau solle einvernehmlich mit den betroffenen Kommunen und den übergeordneten Behörden angedacht werden. Lenkend und regulierend im Interesse aller Beteiligten könne man eingreifen: So der Tenor der Grünen-Abgeordneten.

Sie gibt zu bedenken: „Natürlich werden die Kosten ein starkes Gegenargument sein. Aber auch eine große Ampelanlage ist nicht gerade günstig im Unterhalt. Deswegen ist auf Dauer gesehen die Differenz gar nicht so gigantisch.“

 
 
 
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Herausgeber:
Dreieich-Zeitung
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