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Dreieich - Kultur

Dreieicher Musiktage feiern sich selbst

Dreieich (DZ/jh) – Auch wenn „10 Jahre Dreieicher Musiktage“ nicht in besonderer Weise zelebriert werden sollen, so bietet der runde Geburtstag doch den willkommenen Rahmen, sich über Vergangenes, Gegenwärtiges und Künftiges zu freuen. Das zumindest finden die „Bürgerhäuser Dreieich“, die mit dieser durchaus selbstbewussten Haltung ganz auf einer Wellenlänge mit Bürgermeister Dieter Zimmer, dem künstlerischen Leiter Georgi Mundrov und dem von Bernd Abeln geführten Förderverein „DreieichMusik“ funken. „Aus einer kleinen Konzertreihe wurde ein regionalübergreifendes Festival, das Künstler aus aller Welt nach Dreieich einlädt und Besucher aus Dreieich, aber auch aus dem Rhein-Main Region mit hochkarätigen Konzerten lockt“, fasst Wolfgang Barth die Bilanz des Erreichten zusammen. Der Veranstaltungschef der „Bürgerhäuser“ stand mit Mundrov an der Wiege der erfolgreichen Konzertreihe. Die diesjährige Ausgabe beginnt am 27. April. Bis der letzte Akkord am 3. Juni verklingt, dürfen sich Dreieicher wie Gäste, auf so manchen akustischen Leckerbissen freuen.

Eine zentrale Botschaft der Projektverantwortlichen, die sich einmal mehr über die Unterstützung mehrere Sponsoren freuen, lautet: „Die jungen Virtuosen von heute sind die Stars von morgen. Das wissen wir in Dreieich zu schätzen und zu unterstützen. Deswegen geben wir auch bei der zehnten Ausgabe der Musiktage die Bühne für Nachwuchstalente aus der Region frei.“ Qualitativ müssten Programm und Künstler keinen Vergleich mit dem Musikangebot benachbarter Großstädte fürchten. Im Gegenteil: Die Atmosphäre, die die Veranstaltungen umgebe, sei eine ganz eigene, private, die dem Begriff der „Kammermusik“ (einem Schwerpunkt in diesem Jahr) etwas von seiner Ursprünglichkeit zurückgebe. Dies sei in großen Konzerthäusern nicht immer der Fall, betonte Barth bei der Vorstellung des Programms. Auch 2012 werde das Festival maßgeblich von der Gastfreundschaft in den breitgestellten Privathäusern geprägt.

Ein Blick auf die Terminübersicht (ein Faltblatt ist im Umlauf, Info: www.buergerhauser-dreieich.de) zeigt einen weiten Bogen von Jazz bis Klassik.

Das Eröffnungskonzert (27. April, Stadtwerke Dreieich) mit der Roman Kuperschmidt-Band und dem renommierten Gershwin Quartett verspricht traditionelle jiddische Klezmer-Museik sowie Werke von Johann Strauß und Dimitri Schostakowitsch. Auch Benny Goodman kommt zu Ehren.

Weitere Höhepunkte sind Wilson de Oliveiras Auftritt am 6. Mai (Privathaus Familie Schmitt) mit Standards aus dem „American Songbook“ und das Stelldichein des Jazz-Pianisten Janis Irbe (26. Mai, Privathaus Familie Halberstadt) mit Jazz der 1930er Jahre aus dem New Yorker Harlem-Viertel.

Klassische Kammermusik wird es zunächst in einem Nachwuchskonzert geben (4. Mai, Kursana Domizil Dreieich). Francis Duroy und Pierre Laurent Boucharlat präsentieren am 5. Mai Violinsonaten von Ludwig van Beethoven, César Franck und Claude Debussy (Privathaus Familie Weber), und im Abschlusskonzert am 3. Juni stellt das Trio Clavino (Firma Gerhardt Baustoffe) unter anderem Werke des (verschollenen) Bachsohns P. D. Q. Bach vor. „Das ist ein weiterer Höhepunkt im Veranstaltungsreigen“ so Barth, „vor allem, wenn man weiß, dass dieser Bach-Spross eigentlich die Idee eines englischen Musikwissenschaftlers ist, der sich und die Klassik nicht so ganz ernst genommen hat“.

Dem Thema „Klavier“ sind Veranstaltungen am 28. April (Schüllermann & Partner AG, Konzertante Tänze), eine Kindermatinee (29. April, Strothoff International School Dreieich), die „Chopiniana“ mit Werken des polnisch-französischen Komponisten mit Joanna Trzeciak (Privathaus Familie Otto, 29. April), ein romantisches Recital mit Antonio Di Cristofano (11. Mai, Privathaus Familie Seum) und die Duoveranstaltung mit Ni Li und Xun Pan (16. Mai, „Unter einem Dach e.V.“) gewidmet.

Ein Ohrenschmaus ist auch der Auftritt von Georgi Mundrov mit seiner Klavierpartnerin Elena Nogaeva am 19. Mai (Privathaus Familie Nolte), dann geht es in einem Rachmaninow-Projekt um den großen russischen Komponisten und Klaviervirtuosen.

Keine Musiktage ohne Liederabende: Ella Pasik (Klavier) und der Tenor Ilya Levinsky bringen Arien und Lieder von Peter Tschaikowsky bis John Kander zu Gehör (13. Mai, Privathaus Familie Seffer). Mundrov (Klavier) und Katharina Kammerloher (Mezzosopran) von der Staatsoper Berlin werden unter anderem Richard Wagners berühmten, für Mathilde Wesendonck komponierten Lieder-Zyklus (17. Mai, Privathaus Familie Röder) vortragen. Klaus Cutik (Klavier) und Ronny Rickfelder (Bariton) tragen Kompositionen des romantischen Trios Clara Schumann, Robert Schumann und Johannes Brahms vor (25. Mai, Privathaus Familie Niebel).

Als Leckerbissen gilt der Auftritt des Schwedischen Kammerchors unter der Leitung von Simon Phipps, der gemeinsam mit dem österreichischen Kammerchor Vocale Neuburg und dem Frankfurter Kammerchor am 1. Juni im Rahmen eines Internationalen Chorprojektes auf der Bühne des Sprendlinger Bürgerhauses stehen wird.

Interesse geweckt? Karten für 8 bis 21 Euro gibt es beim Tick-et Service Dreieich, Fichtestraße 50, Telefon (06103) 600031.

 
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Herausgeber:
Dreieich-Zeitung
Günther Medien GmbH