- Home | Politik | Wirtschaft | Sport | Gesellschaft | Kultur | Vereine | Leserbriefe
Dreieich
Dreieich (DZ/jh) – Auch der in den vergangenen Jahren zum „Flaggschiff“ der kommunalen Sozialpolitik ausgebaute Seniorenbereich soll im Zuge des Sparprojektes „Schuldenbremse Dreieich“ federn lassen. Dafür hat sich auf Basis des „Kienbaum“-Papieres der Magistrat ausgesprochen. Er plädiert für Kürzungen in Höhe von 97.100 Euro. Zu den kleineren Positionen gehört mit einem Betrag von 5.000 Euro der Verzicht auf eine der beiden „Stadtranderholungen“. Diese sind vor allem für hochbetagte Bürger gedacht, denen das Verlassen der Wohnung zur Teilnahme an geselligen Aktivitäten sonst schwerfällt.In der Vergangenheit konnten sich jeweils bis zu 20 Dreieicher Senioren mit einem „besonderem Hilfe- und Unterstützungsbedarf“ anmelden. Sie werden mit einem barrierefreien Bus an vier Tagen abgeholt und wieder nach Hause gebracht. Geboten wird ein täglich wechselndes Kultur- und Unterhaltungsprogramm inklusive Frühstück und Mittagessen. Am jeweiligen „Urlaubsort“ – das sind Orte in der näheren Umgebung – werden die Teilnehmer von einem Helferteam unterstützt.
Bislang fanden jedes Jahr stets zwei Staffeln statt. Das soll sich ändern. Ende April soll das Stadtparlament nach den Vorstellungen des Magistrates beschließen, dass dies ab 2013 nicht mehr der Fall ist. Weil nach den Worten von Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) „alle Bereich der Verwaltung“ einen Beitrag zur finanziellen Gesundung der Stadt Dreieich leisten müssen, soll eine „Stadtranderholung“ dauerhaft gestrichen werden. Einsparvolumen: 5.000 Euro. Einen Vorgeschmack auf diesen Einschnitt ins soziale Netz gibt es laut Zimmer bereits in diesem Jahr. Denn der aktuelle Personalstand in der Seniorenberatung lasse derzeit die Planung und Durchführung einer zweiten Staffel nicht zu.
Im Gespräch mit der Dreieich-Zeitung erläuterte der Bürgermeister den Hintergrund: Seit Sandra Seibert vor einigen Wochen in die Seniorenberatung der Stadt Rödermark wechselte, laufe das Team um Matthias Steurer auf reduzierter Flamme. Man habe Seibert, die für längere Zeit die Aufgaben zweier derzeit in Teilzeit tätigen Kolleginnen (Stichwort „Mutterschutz“) übernommen habe, stets nur einen befristeten Vertrag ausstellen können. Daher habe man Verständnis für ihre Neuorientierung, bedauere dies aber zugleich mit Blick auf die geleistete gute Arbeit und die entstandene Lücke.
Wie diese geschlossen wird – nach wie ist „Mutterschutz“ ein Thema in der Seniorenberatung – steht laut Zimmer noch nicht fest: „Wir arbeiten an einem neuen Konzept. Die Seniorenberatung bleibt gerade mit Blick auf den demografischen Wandel eine wichtige Aufgabe.“
Fest steht laut Zimmer, dass ab Frühjahr 2014 eine (noch engere) Verzahnung zwischen Seniorenberatung und dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD – Hilfe in persönlichen Notlagen) erfolgen werde. Auf diese Weise könne im ASD eine halbe Stelle dauerhaft eingespart werden.
Ab sofort werden Anmeldungen für die verbliebene „Urlaub ohne Koffer“-Aktion entgegengenommen, die vom 21. bis 24. Mai nach Darmstadt führt. Unter anderem sind eine Stadtführung und ein Besuch bei der Firma Wella geplant. Die Kosten betragen je Teilnehmer 120 Euro.
Informationen erteilt Gaby Winter unter der Rufnummer (06103) 601-249. Auch 2012 kooperiert die Seniorenberatung mit dem Diakonischen Werk (Begegnungsstätte Winkelsmühle).