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Egelsbach - Politik

„Blütenträume“ sind ein Rohrkrepierer

Langen (DZ/hs) – Monatelang haben sich Verwaltung, Kommunalpolitik, externe Berater und eine ganze Reihe engagierter Bürger die Köpfe darüber zerbrochen, wie die Langener Innenstadt umgestaltet und dadurch für Anwohner, Gewerbetreibende und Kunden attraktiver gemacht werden könnte. Es wurden Konzepte mit wohlklingenden Namen wie „Blütenträume“ oder „Kirschenmäander“ präsentiert, Bürger-Workshops durchgeführt und Pläne geschmiedet, in welchem zeitlichen Rahmen die (allgemein als dringend notwendig erachtete) Aufpeppung des Bereichs zwischen der Romorantin-/Long-Eaton-Anlage und dem Lutherplatz erfolgen könnte. Doch all dies war offensichtlich nahezu völlig für die Katz. Denn aus finanziellen Gründen will der Magistrat den Stadtumbau nun allein auf die obere Bahnstraße beschränken, deren Umbau aber auch noch um einige Jahre verschieben. Von der Umgestaltung von „Romo-Anlage“ und Lutherplatz soll hingegen gänzlich Abstand genommen werden.Auch wenn dies ein verheerendes Signal für all jene Langener ist, die aktiv am Planungsprozess teilgenommen haben und sich nun ziemlich (derb ausgedrückt) verarscht vorkommen dürften, gibt es nach Meinung von Klaus-Dieter Schneider keine Alternative zu dieser „Rolle rückwärts“. Zwar gibt auch der Erster Stadtrat zu, dass es aus städtebaulicher Sicht sinnvoll wäre, alle drei Abschnitte zu realisieren. „Aber das ist aufgrund des anhaltenden Haushaltsdefizits in den nächsten Jahren illusorisch, denn die Stadt muss sparen.“

Deshalb wolle man sich auf das „Kernstück“, sprich die obere Bahnstraße, konzentrieren, erklärt Carsten Weise. Dies sei „ein Kompromiss, zwischen dem, was im Stadtumbau angestrebt war, und dem, was finanziell überhaupt noch möglich ist“, betont der zuständige städtische Fachbereichsleiter. Und weil man nicht sofort mit der Umgestaltung von Langens Haupteinkaufsmeile beginnen könne (und somit die ursprünglich für Ende 2013 geplante Vollendung des Projektes nicht mehr realistisch ist), solle das Ganze erst „zwischen 2015 und 2017“ (Weise) angegangen werden.

Notwendig hierfür war indes grünes Licht aus Wiesbaden. Denn die Neugestaltung der Langener Innenstadt soll ja mit hohen Zuschüssen aus dem Förderprogramm des Landes Hessen zum Stadtumbau finanziert werden. Und weil die Gelder für die Vorplanungen der Fachbüros und die Bürgerworkshops – Achtung, festhalten: dies schlug mit über 500.000 Euro zu Buche! – logischerweise schon ausgegeben sind, musste die nun vom Magistrat vorgesehene Neuausrichtung des örtlichen Stadtumbaus erst noch vom Land genehmigt werden.

Das Okay habe man, so Weise, dessen Angaben zufolge die Mittel für konkrete Baumaßnahmen jetzt erst einmal zurückgeschickt und zu einem späteren Zeitpunkt erneut beantragt werden sollen. Diese Vorgehensweise berge Chancen und Risiken, betont der Fachbereichsleiter: „Durch veränderte politische Verhältnisse könnten die Mittel für dieses Bund-Länder-Programm gekürzt oder gestrichen werden. Aber es wäre auch denkbar, dass wir in ein paar Jahren mehr Geld bekommen.“

Unabhängig davon, wieviel „Kohle“ das Land letztendlich tatsächlich zur Umgestaltung der oberen Bahnstraße zuschießen wird – im Rathaus geht man von etwa 600.000 Euro bei Gesamtkosten von geschätzten 1,5 Millionen Euro aus –, so soll am bisher favorisierten Konzept festgehalten werden. Dieses sieht unter anderem die Aufpflasterung der Kreuzungen (um die Geschwindigkeit der Autos zu verringern), eine Fortführung der an der Bahnlinie beginnenden Platanenreihe auf der Nordseite und eine offene Wasserrinne auf der Südseite vor.

Allerdings: Solchen Details muss das Stadtparlament ebenso erst noch seine Zustimmung erteilen wie der geplanten generellen Neuausrichtung des Stadtumbaus. Gleiches gilt für die Änderung des Bebauungsplans zur Ansiedlung eines „Einkaufsmagneten“ in Höhe der Zimmerstraße. Die Stadt verfügt in dem Bereich über eine teils bebaute, teils unbebaute und insgesamt mehr als 4.000 Quadratmeter große Fläche. Ziel ist es, das Waren- und Branchenangebot in der Innenstadt auszuweiten und zu komplettieren.

Über die Pläne des Magistrats diskutiert der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr in seiner am Mittwoch (29.) um 20 Uhr im Rathaus beginnenden Sitzung, die Beschlussfassung durch das Parlament ist für den 22. März vorgesehen.

 
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Herausgeber:
Dreieich-Zeitung
Günther Medien GmbH