Einzelansicht des Artikels

Egelsbach - Sport

„Giraffen“ verlieren erst in Verlängerung

Langen (DZ/hs) – Nur hauchdünn sind die Zweitliga-Basketballer des TVL im ersten Spiel der 1. Playoff-Runde an einer Überraschung vorbeigeschrammt. Nach einer starken kämpferischen ­Leis­tung, mit der sich die „Giraffen“ für den schwachen Auftritt gegen Breitengüßbach vor einer Woche rehabilitieren konnten, unterlagen die Schützlinge von Trainer Fabian Villmeter am Sonntag beim favorisierten Nordzweiten aus Herten erst nach Verlängerung mit 91:100. Entscheidend für diese unglückliche Niederlage waren nicht weniger als 20 vermeidbare Ballverluste, mit denen sich die Langener Korbjäger selbst um die Früchte des Erfolgs gebracht haben. Zudem standen sie ohne den aus Prüfungsgründen verhinderten Sebastian Greene und aufgrund ihrer deutlichen körperlichen Unterlegenheit beim Kampf um die Rebounds auf verlorenem Posten.Gleichwohl machten die „Giraffen“, bei denen Nate Drury und Luke Fitzgerald trotz ihrer Blessuren mit von der Partie waren, von Beginn an deutlich, dass sie ihre Außenseiterchance nutzen wollten. So hämmerte Kapitän Marco Völler den Ball in den ­ers­ten fünf Minuten gleich dreimal per Dunking in den Korb und riss damit die rund 650 Zuschauer von den Sitzen. Doch die Gastgeber konterten mit zwei „Dreiern“, und nach diesem spektakulären Auftakt blieb das Spiel rassig, temporeich und sehr intensiv.

Beim Stande von 21:18 ging es in die erste Pause, und im zweiten Viertel hatten dann auch die Langener Distanzschützen ihr Visier richtig eingestellt: Drury versenkte zwei, Niko Anders einen „Dreier“ zum 33:27 für Langen – und es wurde merklich leiser im Revier der Hertener Löwen. Doch die Gastgeber kämpften sich dank zahlreicher Offensivrebounds wieder heran und lagen zur Halbzeit nur noch mit zwei Punkten (41:43) in Rückstand.

Nach dem Wechsel kam Herten besser aus der Kabine und ging schnell mit 47:43 in Front. Dann aber kam die Zeit der deutschen Youngster im Team des TVL, denn Maxim Schneider (ein „Dreier“) und Gianluca Raebel (gleich deren drei) sorgten mit ihren Treffern dafür, dass die Gastgeber nicht allzu weit enteilen konnten. Dennoch hatten die „Löwen“ vor Beginn des letzten Viertels mit 61:58 die Nase vorn.

Im Schlussabschnitt schienen den Villmeter-Schützlingen dann aber die Kräfte zu schwinden, und Herten sah vier Minute vor dem Ende beim 67:75 (aus Langener Sicht) schon wie der sichere Sieger aus. Doch der TVL fing sich noch einmal und konnte dank zweier weiterer „Dreier“ von Nate Drury auf 79:81 verkürzen. Damit läutete der Langener Spielmacher die letzten 26 Sekunden ein, die an Dramatik nicht mehr zu überbieten waren.

Herten ging durch zwei Freiwürfe mit 83:79 in Führung, doch im Gegenzug traf Luke Fitzgerald nach feinem Pass von Drury zum 83:81 und wurde dabei – wie die Schiedsrichter meinten – absichtlich gefoult. Den Bonusfreiwurf vergab der US-Amerikaner indes und beim Einwurf produzierten die „Giraffen“ mal wieder einen Ballverlust. Nach einem schnellen Foul konnten die Gastgeber dann aber nur einen Freiwurf verwandeln, und Nate Drury blieb es mit seinem insgesamt sechsten Dreier vorbehalten, sein Team in die Verlängerung zu werfen.

Deren Geschichte ist jedoch schnell erzählt, denn während Herten seine Würfe traf, verfehlten die des TVL zumeist das Ziel. Und weil die „Giraffen“ obendrein mit ihren Kräften am Ende waren, konnten die „Löwen“ einen glücklichen 100:91-Erfolg und somit den wichtigen ersten Sieg in der „Best of Three“-Serie verbuchen. Die Langener Truppe, bei der Nate Drury (25 Punkte) überragte, aber auch Luke Fitzgerald (15 Punkte, 19 Rebounds) sowie Joscha Domdey und Marco Völler mit je 14 Zählern überzeugen konnten, nahm aus dieser Partie indes die Gewissheit mit, dass auch der Nordzweite schlagbar ist.

 
nach oben

zum Seitenanfang

Herausgeber:
Dreieich-Zeitung
Günther Medien GmbH