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Erzhausen
Langen (DZ/hs) – Wie gewonnen, so zerronnen. Nachdem die 1. Herren des TVL eine Woche zuvor durch einen Auswärtssieg in Rhöndorf überrascht und sich vorzeitig die Qualifikation zu den „Playoffs“ gesichert hatten, befleckten sie am Samstag im letzten Hauptrunden-Spiel der Südgruppe des Zweitliga-Unterhauses durch eine 61:86-Niederlage gegen den TSV Tröster Breitengüßbach nicht nur ihre bis dato fast makellose Heimbilanz. Vielmehr verspielte das Team von Fabian Villmeter auch den fünften Platz und damit ein Duell gegen einen vermeintlich leichteren Gegner aus der Nordgruppe. Als Siebter des Südklassements bekommen es die Langener nun nämlich in einer Best-of-Three-Serie mit dem Nordzweiten, den Hertener Löwen, zu tun.Dabei hatte das Spiel gegen Breitengüßbach aus Sicht der „Giraffen“ wie gewüscht begonnen: Durch sicher verwandelte Würfe von außen lagen die Hausherren vor rund 300 Zuschauern in der Georg-Sehring-Halle rasch 17:7 und nach dem ersten Viertel immer noch recht deutlich mit 26:18 in Front.
Doch im zweiten Abschnitt kam immer mehr Sand ins Getriebe der Langener Korbjäger. Fehlwürfe, Fehlpässe und überhastete Aktionen prägten in dieser Phase das Spiel der Villmeter-Schützlinge, die zudem in der Verteidigung zunehmend lethargischer agierten. Die logische Konsequenz: Breitengüßbach, das sich ein Fernduell mit Lich um letzten freien Playoff-Platz lieferte und deshalb unbedingt gewinnen musste, witterte sein Chance, kam zu leichten Körben und führte zur Halbzeit mit einem Punkt (38:39 aus Langener Sicht).
Wer nach dem Wechsel auf eine Wende zum Besseren spekuliert hatte, musste diese Hoffnung sehr schnell ad acta legen. Die „Giraffen“ waren vor allem in der Verteidigung richtig schlecht, gestatteten mit ihrer löchrigen Defense den Gästen viel zu viele freie Würfe und verzettelten sich obendrein im Angriff in einfallslosen Einzelaktionen. Gleichwohl war beim Stand von 50:57 für die Franken vor Beginn des letzten Viertels für den TVL noch alles drin.
Allerdings wurde es im Schlussabschnitt richtig peinlich. Die Sterzbachstädter ergaben sich förmlich in ihr Schicksal und ließen sich von den hoch motivierten Güßbachern regelrecht vorführen. Mit 29:11 entschieden die Gäste die letzten zehn Minuten für sich und sicherten sich somit das letzte Play-Off-Ticket.
Nach dem spielerischen Offenbarungseid der „Giraffen“ war Trainer Villmeter verständlicherweise mächtig angefressen: „Unsere Mann-Mann-Verteidigung war schlecht, wir waren nicht bissig genug und haben auch nicht den nötigen Einsatz gezeigt. Zudem erreichte in der Offensive kaum einer meiner Spieler Normalform.“ Vor allem die Quoten von der Freiwurflinie (nur sieben Treffer bei 16 Versuchen) und jenseits der Drei-Punktlinie (2/11) waren unter aller Kanone.
Doch trotz der verpatzten Play-Off-Generalprobe ist der Langener Coach zuversichtlich, dass die TVL-Cracks, für die Marco Völler (13 Punkte), Luke Fitzgerald (12), Nate Drury (11) und Maxim Schneider (10) zweistellig punkteten, in den „Playoffs“ gegen Herten vor allem in der Verteidigung ein anderes Gesicht zeigen werden. Die erste Partie steigt am Sonntag (4.) ab 18 Uhr beim Tabellenzweiten der Nordstaffel, das zweite Spiel findet am Samstag (10.) ab 19.30 Uhr in der Georg-Sehring-Halle statt.