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Heusenstamm
Dietzenbach (DZ/kö) – „Potenzielle Bauherrn, aufgepasst: Wir haben ein interessantes Angebot für Euch.“ In diesem Stil, mit leicht marktschreierischem Unterton, wirbt die Dietzenbacher Stadtverwaltung für eine Vision frei nach dem Motto „Wohnen in bester Lage“. Die Waldorfschule und die Montessori-Schule vor der Haustür, die Kinder- und Jugendfarm in der Nachbarschaft, der Steinberger Wald nur fünf Gehminuten entfernt, das Stadtzentrum mit Rat- und Bürgerhaus sowie Einkaufszentrum in Sicht- und Reichweite... Mit dieser Lage-Beschreibung kann das Baugebiet 70 aufwarten, benannt nach der Plannummer, die wie ein Etikett auf dem sechs Hektar großen Geländestreifen klebt.Dietzenbach soll wieder wachsen. Nachdem in den zurückliegenden Jahren vornehmlich der Gewerbesektor expandierte (Elisabeth-Selbert-Straße), ist nun auch beim Wohnungsbau nach längerer Pause wieder „Flächenfraß am Rand“ angesagt. Die Stadtverordneten haben in ihrer jüngsten Sitzung grünes Licht für das Planungskonzept in Sachen „70er“ signalisiert.
Einzel- und Doppelhäuser, einige (wenige) Geschossbauten für Wohnprojekte der Kategorie „mehrere Generationen unter einem Dach“, außerdem Reihenhäuser und gruppierte Objekte: Dieser Mix ist vorgesehen auf dem besagten Areal, angrenzend an den Gustav-Heinemann-Ring Richtung Stiergraben/Schilflache.
Rund 85 Gebäude unterschiedlichen Typs, konzipiert für zirka 300 Menschen, die dort ein neues Zuhause finden sollen, sieht die Konzeption vor. Zirka 80 Anfragen von Interessenten – einige schon sehr detailliert formuliert, andere mit ganz unverbindlicher Wortwahl („haltet mich auf dem Laufenden“) – sind im Fachbereich für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung bereits eingegangen.
Dies zeige, dass „einer der attraktivsten Wohnstandorte in Dietzenbach“ entwickelt und vermarktet werden solle, heißt es im Rathaus.
Der weitere Fahrplan: In Kürze, zu Beginn des Frühjahrs, wird es eine öffentliche Informationsveranstaltung geben. Nach der Präsentation der Pläne, in die noch Bürger-Anregungen eingearbeitet werden können, durchlaufen die Drucksachen das Genehmigungsverfahren. 2013 soll das Stadium „Baureife“ erreicht sein. 2014/2015 wird der Siedlungsbogen, angedockt an die vorhandene Bebauung östlich der Waldorfschule, in seinen Umrissen und mit ersten (Roh-)Bauten zu erkennen sein.
So viel zur Theorie, die nach derzeitigem Stand der Dinge Grundstückspreise zwischen 320 und 380 Euro pro Quadratmeter vorsieht. Nun bleibt abzuwarten, was die Praxis im Hinblick auf Vertragsabschlüsse und konkrete Projektfortschritte beschert. Wer sich näher informieren möchte, erreicht die zuständige Ansprechpartnerin des Fachbereichs, Karin Ebert-Katsiakoudis, unter der Rufnummer (06074) 373212.
Bemerkenswert: Nicht nur für den besagten Wohnungsbau in Stadtrandlage, sondern auch für ein Projekt der „Innenverdichtung“ wurden im Parlament die Weichen gestellt. Die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Brachfläche im Bereich Vélizystraße/Offenbacher Straße/Talstraße ist beschlossene Sache. Ein Investor möchte dort 67 Reihenhäuser hochziehen. Fazit: Dietzenbach wächst wieder, wächst weiter, wohldosiert oder wahnsinnig wuchtig – je nach Standpunkt des Betrachters.