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Heusenstamm
Dietzenbach (DZ/kö) – Die Chancen, dass die Bewohner der Kreisstadt in diesem Jahr nicht nur das Weinfest (vom 27. Juli bis 5. August auf dem Europaplatz), sondern auch wieder ein Bierfest in genussreichen Zügen genießen können, stehen nicht schlecht. Die Stadtmarketing-Agentur will sich an einem Meinungsbild orientieren, das eine Befragung auf der Internetseite (www.dietzenbach.de) zutage gefördert hat. Tenor der Mehrheit: „Wir wollen das Bierfest 2012.“An der Umfrage haben sich 327 Internet-Surfer beteiligt. 72 Prozent pro und 28 Prozent contra Bierfest: Dieses Ergebnis vermeldete Stadtmarketing-Leiter Christoph Zens-Petzinger nach Ablauf der Abstimmungsfrist.
Das klare Votum will er zur Richtschnur seines weiteren Handelns machen. Er betont: „Das Ergebnis ist eindeutig. Wir werden gemeinsam mit interessierten Dietzenbacher Gastronomen ein geeignetes Konzept erstellen. Einen Zuschuss der Kreisstadt wird es jedoch nicht geben. Die Finanzierung des Festes muss über die Standmieten erfolgen.“
Zur Erinnerung: Jahrelang hatte die Gastwirtsfamilie Hackner eine Fete zu Ehren des Gerstensaftes organisiert. Doch 2010 lief das Geschehen auf dem Harmonieplatz zeitweilig aus dem Ruder. Pöbelnde Jugendliche und Klagen über Musik-Beschallung zu später Stunde sorgten für schlechte Stimmung. Es kam zu ernsten Meinungsverschiedenheiten zwischen Organisator Rudolf Hackner und Vertretern der Stadt. Das Ergebnis der Streiterei: Das Jahr 2011 blieb „bierfestfrei“.
Die nun absehbare Renaissance in neuer Aufmachung stützt sich vordergründig auf Volkes Stimme. Schießlich hatte Bürgermeister Jürgen Rogg vor geraumer Zeit angekündigt, die Aktion „Stimmungstest auf unserer Internetseite“ werde künftig gezielt eingesetzt, um bei (ausgewählten) Fragen von öffentlichem Interesse eine Rückkopplung zur Bevölkerung zu gewährleisten.
Dass ein Mehrheitswunsch aber nicht automatisch gleichbedeutend mit der Parole „wird sofort erledigt“ ist, erfuhren die Nutzer des Mitsprache-Angebots im vergangenen Jahr, als gefragt wurde: „Trimm-Dich-Pfad am Hexenberg erhalten oder nicht?“ Über 80 Prozent der Teilnehmer votierten für den Erhalt – doch der Magistrat entschied: „Die Geräte werden abgebaut. Die mit aufwendigem Baumschnitt einhergehende Bestandspflege wäre viel zu teuer.“ So diente die angespannte Finanzlage als Begründung.
Zu Beginn des Jahres wurden Fakten geschaffen. Der Parcours, der knapp 40 Jahre lang Freizeitsportler angelockt hatte, existiert nicht mehr. Fazit: Fehlendes Geld wiegt mehr als Basisdemokratie.