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Langen - Politik

Heli-Flüge: Streit über Verteilung des Lärms

Erzhausen/Egelsbach (DZ/hs) – Die von der Egelsbacher Wahlgemeinschaft (WGE) ins Spiel gebrachte Änderung der Flugrouten für Hubschrauber-Schulungsflüge der Firma „Heli Transair“ – die Drehflügler sollen künftig nicht nur die südliche und die nördliche Platzrunde rund um den örtlichen Mini-Airport, sondern optional auch zwei verkürzte Schleifen westlich der Bahnlinie nutzen können (die Dreieich-Zeitung berichtete) – sorgt in der Nachbargemeinde für Empörung. Denn vor allem die kürzere Südrunde würde in Erzhausen „für eine neue enorme Verlärmung sorgen“. Davon ist jedenfalls Dr. Reiner Plasa vom Verein „Erzhäuser Bürgerinnen und Bürger gegen Fluglärm“ überzeugt, der den Antragstellern aus Egelsbach „eigenwillige Vorstellungen und zum Teil unrichtige Behauptungen“ unterstellt.So stünden dem Ansinnen der WGE klar definierte Vorschriften entgegen, erklärt Plasa und verweist auf einen Passus aus dem Flughandbuch für Egelsbach. Darin heiße es: „Übungs- und Schulplatzrunden sind grundsätzlich in der Nordplatzrunde durchzuführen.“ Zusätzliche Einschränkungen für Ausbildungsflüge an Wochenenden und Feiertagen finde man im Planfeststellungsbeschluss von 2002, stellt der BI-Sprecher klar, „dass diese mühsam erreichten Bestimmungen nicht verspielt werden dürfen“.

Dies wäre indes der Fall, glaubt Plasa, wenn die verkürzten Flugrouten tatsächlich von den Heli-Piloten genutzt werden dürften. Denn für diese wäre es „viel praktischer, auf kürzerem Weg wieder zum Flugplatz zu kommen“. Und deshalb ist sich der BI-Frontmann sicher: „Sollten die kurzen Platzrunden genehmigt werden, dann werden sie auch genutzt.“ Dies wiederum würde mehr Starts und Landungen nach sich ziehen, denn wegen der zeitlichen Verdichtung könnte in der vorgegebenen Übungszeit das Doppelte geflogen werden. Plasa ist sich daher sicher: „All dies würde zu einer erheblichen Steigerung der Lärmbelastung der Anwohner führen.“

Seinen Angaben zufolge müsse der WGE-Antrag aber auch deshalb ins Leere laufen, weil die Deutsche Flugsicherung die kurze Nordplatzrunde in der Fluglärmkommission bereits abgelehnt habe. Und obendrein ist Plasa nicht bereit, etwaigen Beteuerungen der Verantwortlichen von „Heli Transair“ Glauben zu schenken. „Deren Vertreter hat schon in Gesprächen in Egelsbach und Erzhausen Doppelzüngigkeit bewiesen, indem er jeder Seite das Günstigere versprochen hat“, so der BI-Sprecher.

Dabei gebe es gerade Hoffnung für die vom Krach der Helis arg geplagten Einwohner Erzhausens auf etwas mehr Ruhe. Nach wiederholten Beschwerden der BI beim Regierungspräsidium Darmstadt (RP) und bei der Hessischen Flugplatz GmbH (HFG) über die vom Flugplatz ausgehende Lärmbelästigung sollen Schwebeflüge von Hubschraubern demnächst auf ein im Besitz der Gemeinde befindliches Areal westlich der A5 verlagert werden.

„Die Probephase soll ein Jahr dauern und ein sofortiges Kündigungsrecht bei Verstößen beinhalten“, erläutert Plasa. Und damit durch diese Variante so wenig Bewohner wie möglich belastet werden, sollen die Rückflüge vom erwähnten Gelände nur über die Nordroute erfolgen. Dies wäre dringend erforderlich, weil im Falle der Verlagerung der Schwebeflüge nicht nur der gesamte nördliche und westliche Ortsrand Erzhausens sowie die Wege am Hegbach vom Hubschrauberlärm betroffen wären, sondern obendrein ein bei vielen Menschen beliebtes Naherholungsgebiet westlich der Autobahn. Für den BI-Mann, dessen Angaben zufolge erst noch ein entsprechender Vertrag ausgearbeitet und vom Erzhäuser Parlament abgesegnet werden müsse, steht fest, dass Erzhausen „einer anderen Vorgabe nicht zustimmen wird“.

Sollte besagter Vertrag zustande kommen, dann könnten die Bewohner des nördlichen Ortsrandes der 8.000-Einwohner-Gemeinde „endlich auf Entlas­tung hoffen“, äußert sich Dr. Reiner Plasa verhalten optimis­tisch. Allerdings müsste noch sichergestellt werden, dass die durch eine etwaige Verlagerung der Schwebeflüge jenseits der A5 frei werdenden Zeiten rund um den Flugplatz nicht durch neue Flugbewegungen belegt werden dürfen. Weitere Infos sind im Internet (www.bi-erzhausen.de) erhältlich.

 
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Herausgeber:
Dreieich-Zeitung
Günther Medien GmbH