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Langen
Langen (DZ/hs) – Wenn Frieder Gebhardt auf der Pittlerstraße unterwegs ist, dürfte Langens Bürgermeister stets zum Heulen zumute sein. Denn während westlich des Asphaltbandes die vom völlig heruntergekommenen Pittler-„Hochhaus“ und dem ebenso ramponierten Pförtnerhaus-Torso des einst dort angesiedelten Werkzeugmaschinen-Herstellers „verzierte“ Brachfläche seit langer Zeit vergeblich ihrer Wiederbelebung harrt, erinnert nur ein paar hundert Meter weiter das östlich der Straße gelegene, ebenfalls verwaiste Köllmann-Areal daran, dass auch hier schon längst potente Unternehmen ihre Bleibe haben und ordentlich Gewerbesteuer in den von akuter Schwindsucht gebeutelten Stadtsäckel zahlen könnten. Doch auch nördlich des Monza-Parks tut sich seit Jahren nichts. Deshalb will die Kommune nun gegen den fatalen Stillstand angehen und einen Projektträger auf das knapp 50.000 Quadratmeter große Grundstück „ansetzen“.Seit der Insolvenz des Eigentümers im Jahr 2004 versuchen Gläubiger und Liquidator nämlich vergeblich, das Areal zu veräußern. „So kann das nicht weitergehen“, soll eine Grundstücksentwicklungsgesellschaft daher nach den Worten von Gebhardt als eine Art „Durchlauferhitzer“ fungieren, „damit dort endlich etwas vorankommt und das Areal zu einem hochwertigen Gewerbestandort entwickelt wird“.
Dies sei möglich, ist sich der Verwaltungsboss sicher, der dem Gelände, dessen Zwangsversteigerung zuletzt erst Mitte Januar erneut gescheitert war, „ein hohes Vermarktungspotenzial für die Ansiedlung von Service-, Büro-, Produktions- und Lagerflächen“ attestiert. Allerdings sei die Größe ein echter Hemmschuh. Eine Nachfrage in diesen Dimensionen gäbe es allenfalls bei Logistik und Einzelhandel. Beide Branchen kämen aber nicht infrage: Logistik wegen des hohen Verkehrsaufkommens und des fehlenden direkten Autobahnanschlusses, Einzelhandel schlössen der Flächennutzungsplan und auch der städtische Bebauungsplan aus.
Daher müsste der noch zu findende Projektentwickler die Gesamtfläche, die übrigens eine Altlast in Form von verunreinigtem Boden (aus der früher dort über die Bühne gegangenen Fensterproduktion) aufweist, käuflich erwerben, in kleinere Parzellen zerlegen und diese für den Markt fit machen. All dies könne die Stadt aus finanziellen und fachlichen Gründen nicht leisten, betont Gebhardt.
Angesichts dieser Fakten sieht das Stadtoberhaupt die Beauftragung eines Projektentwicklers als „einzig sinnvolle Alternative“ an. Der Abschluss eines entsprechenden Vertrags würde die Stadt „zunächst nichts kosten“, erklärt Uwe Daneke. Allerdings verweist Langens Kämmerei-Leiter auf zwei später mögliche Szenarien: „Im ‚Best Case’ würden am Ende der Vertragslaufzeit alle entwickelten Flächen mindestens zum Mindestverkaufspreis veräußert worden sein, und dann würde für die Stadt sogar noch etwas rausspringen.“ Und im „Worst Case“? „Dann wäre nichts verkauft, und wir müssten sämtliche Grundstücke zu einem Mindestverkaufspreis erwerben und obendrein die bis dato angefallenen Kosten und Gebühren des Entwicklers tragen.“
Gebhardt und Daneke sind jedoch optimistisch, dass ein solcher Deal, bei dem zunächst ein Auswahlverfahren unter mindestens drei geeigneten Projektträgern durchgeführt werden soll und über den zuvor noch der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr am Mittwoch (29.) und das Stadtparlament am 22. März befinden müssen, am Ende „möglichst dicht am „Best Case“ liegen würde. „Das lassen zahlreiche Nachfragen bei unserer Wirtschaftsförderung erwarten.“