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Mörfelden-Walldorf
Mörfelden-Walldorf (DZ/ba) – „Bis 2013 sollen die Kommunen einen Rechtanspruch auf einen Krippenplatz garantieren – so will es das Bundesfamilienministerium. Viele Kommunen werden dieses Ziel nicht erreichen können. Es fehlt an Geld, Personal und Räumen“, ist Erster Stadtrat Franz-Rudolf Urhahn überzeugt und sieht den Bund deshalb in der Pflicht, finanzielle Hilfe zu leisten. Für „uns stellt es eine große Herausforderung dar, Krippenplätze für 35 Prozent der Kinder dieser Altersklasse anzubieten. Der Bund und das Land entziehen sich der Verantwortung und helfen uns nicht ausreichend mit der nötigen Finanzierung aus. Aus Berlin und Wiesbaden kommen nur Forderungen und nur wenige finanzielle Mittel. Zudem können wir davon ausgehen, dass der Bedarf an Plätzen in der Rhein-Main Region höher ist als beispielsweise in Nordhessen und in Zukunft weiter wachsen wird“, sagt Urhahn.
„Fachleute gehen davon aus, dass je nach geografischer Lage, ob Ballungsraum oder ländliche Gebiete, bis zu 50 Prozent der Eltern diese Möglichkeit wahrnehmen“, erläutert Peter Stein, der Leiter des Amtes für Soziales und Wohnen. Zudem müssten die gesellschaftlichen Veränderungen berücksichtigt werden. Immer mehr Frauen würden nach einem Jahr wieder in den Beruf einsteigen. Seit der Einführung biete die Doppelstadt deshalb Plätze für Kinder ab einem Jahr an. Viele Kommunen würden Plätze nur für Kinder ab zwei Jahren bereit halten.“
Im Rhein-Main-Gebiet fehlten schätzungsweise 3.000 bis 4.000 Fachkräfte. „Um qualifizierte Erzieher und Erzieherinnen zu finden, laufen in Mörfelden-Walldorf permanent Stellenausschreibungen. Trotz der Schwierigkeiten ist Mörfelden-Walldorf auf einem guten Weg, den Verpflichtungen nachzukommen“, berichtet der Magistrat Schon jetzt liege die Doppelstadt mit ihrem Angebot über dem hessischen Durchschnitt. Das heiße: 25 Prozent der unter Dreijährigen seien untergebracht. „Von den 152 Betreuungsplätzen befinden sich 62 in städtischer Regie. Der Aufwand des Ausbaus hat sich gelohnt“, berichtet Marion Schrader, Abteilungsleiterin der Kinderförderung.
Weitere Plätze werden von privaten Krippeneinrichtungen angeboten. Urhahn lobt das Engagement dieser Vereine: „Sie waren der Wegbereiter für die Betreuung von kleinen Kindern.“ Die restlichen Betreuungsplätze entfallen auf die Spielgruppe der katholischen Kirche und auf Tagesmütter/väter.
„Da sich nicht alles über Prognosen vorhersehen und planen lässt, müssen wir bisweilen rasch und angemessen reagieren. Wir setzen für die Zukunft verstärkt auf freie Träger, Vereine und die Tagespflege und wollen deren Arbeit soweit möglich unterstützen“, erklärt Urhahn. So würden beispielsweise die „Kleinen Strolche“, die bisher schon zehn Plätze anbieten, in Zukunft noch 30 neue schaffen.
„Unser Ziel ist es, für jedes Kind, für das ein Betreuungsplatz gewünscht wird, auch mittelfristig einen anbieten zu können“, findet Urhahn, „auch wenn der Bund uns hier im Stich lässt.“