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Mörfelden-Walldorf
Mörfelden-Walldorf (DZ/ba) – Keine brauchbaren Ergebnisse gebracht habe der Lärmgipfel, zu dem Ministerpräsident Volker Bouffier, Hessens Verkehrsminister Dieter Posch und Vertreter der Luftverkehrswirtschaft vor kurzem zusammenkamen, kritisiert Erster Stadtrat Franz-Rudolf Urhahn in einer Erklärung. Vorgestellt wurde auf dem Lärmgipfel ein Maßnahmenpaket für eine Ausweitung des Schallschutzes.Doch die Resultate fasst Urhahn unter der Überschrift: „Lärmschutz heißt: Verkaufen und Wegziehen“ zusammen. Denn „wirklicher Lärnschutz“ bedeute die Stilllegung der Bahn, die Festlegung auf eine Lärmobergrenze, die Deckelung der Flugbewegungen, eine Verringerung des Bodenlärms und eine Ausweitung des gesetzlichen Anspruches auf passive Lärmschutzmaßnahmen auf ganze Ortsteile „statt den Anspruch mitten in der Straße zu beenden.“ Auch müssten die Flugzeuge nach Auffassung von Urhahn nur ohne ständige Abweichungen auf den festgelegten Routen fliegen und es dürften nicht fast alle Starts über Mörfelden verlaufen. Doch nichts davon wolle Bouffier realisieren lassen.
Insgesamt gebe es 19 Maßnahmen für den aktiven Schallschutz. Die Flugezuge sollten demnach in Zukunft vor allem höher und leiser fliegen. „Es fiel kein Wort über eine Ausweitung der ‚Lärmschutzzonen‘, über Lärnschutzobergrenzen oder die Reduzierung der Flugbewegungen., die nachweislich Lärmminderungen bringen“, rügt Urhahn. Stattdessen seien die Luftfahrtgesellschaften lediglich bereit das zu tun, was sie ohnehin tun müssten: „den Einsatz leiserer Maschinen und den Wegfall der Uralt-Flugzeuge“, merkt Urhahn an.
Es gebe auch keinen Hinweis auf ein Nachtflugverbot, wie es in der Mediation beschlossen worden sei. Der Erste Stadtrat: „Von einer Ausweitung auf die wirkliche Nacht – nämlich von 22 bis 6 Uhr – ganz zu schweigen.“
In stark betroffenen Gebieten wie Flörsheim wolle die Fraport weitere Immobilien kaufen, was Urhahn für eine Farce hält. „Im Prinzip heißt das nichts anderes, als dass die am meisten betroffenen Menschen aus Flörsheim und Frankfurt wegziehen sollen. In der Gegend wird es dann zwar nicht leiser, aber es ist auch niemand da, der sich über den Lärm beschwert“, meint der Grünen-Politiker.
Ehrlicher wäre es gewesen, „flächendeckend Ohrstöpsel zu verteilen, da hätten die lärmgeplagten Menschen mehr davon“, regt Franz-Rudolf Urhahn ironisch an.