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Mühlheim
Obertshausen (DZ/ba) – Für die städtischen Liegenschaften nur noch Stromlieferverträge in Ökostromtarifen abschließen und bestehende Verträge sukzessive auf Ökostrom umstellen soll der Magistrat. Diese Forderungen erhebt die SPD-Stadtverordnetenfraktion in einem Antrag. Flankierend zum Atomausstieg und zur Stärkung der Umstiegsbereitschaft auf nachhaltige Energieerzeugung solle auch die Stadt Obertshausen ihren eigenen Strombezug nur noch aus 100-prozentigem Ökostrom vornehmen, meinen die Sozialdemokraten.
Durch den schrittweisen Wegfall des Kohlendioxid-armen Atomstroms und die Kompensation durch die Stromerzeugung in Kohle- und Gaskraftwerken könne es zu negativen Auswirkungen auf die Klimaschutzbilanz kommen, heißt es in der Begründung des Antrages. Das Umweltbundesamt (UBA) schreibe im „Statusbericht zur Umsetzung des Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramms der Bundesregierung“ im April 2011: „Wir gehen davon aus, dass ausgehend von den bisher umgesetzten klimapolitischen Rahmenbedingungen für das Jahr 2020 lediglich mit einer Emissionsminderung von 30 bis 33 Prozent zu rechnen ist. Das 40 Prozent-Ziel würde damit verfehlt, wäre aber bei konsequenter Umsetzung bestehender Maßnahmen und der Implementierung weiterer Maßnahmen erreichbar.“ Diese Aussage des UBA sei noch vor dem im Juli vom Bundestag beschlossenen Atomausstieg getroffen worden.
Die Stadt müsse gegenüber den Bürgern in Bezug auf Klimaschutz und speziell beim Strombezug eine Vorreiterrolle einnehmen, sind die Antragsteller überzeugt. Ein Strombezug könne außer durch Speziallieferanten wie „Lichtblick“ oder „Greenpeace Energy“ auch durch örtliche Anbieter erfolgen, sofern diese einen 100-prozentigen Tarif für den Ökostrom anbieten würden. „Unser eigener örtlicher Gasversorger Maingau-Energie, der über seine Konzernbindung seit einiger Zeit ebenfalls Strom anbietet, hatte zum Beispiel (Stand Mitte Dezember 2011) noch keinen eigenen Ökostromtarif. Der dortige Strommix (die Angabe ist gemäß § 42 Energiewirtschaftsgesetzes vorgeschrieben) für den Normaltarif ist auch bezüglich Atomstromanteil viel schlechter als der Bundesdurchschnitt“, argumentiert die SPD.
„Hieraus sollte sich für unseren Vertreter im Aufsichtsrat der Maingau-Energie die Aufgabe ableiten lassen, dort vielleicht gemeinsam mit den anderen Kommunalvertretern auf einen ordentlichen Mix für den Normaltarif und die Einführung eines Ökostromtarifes hinzuwirken“, meint die SPD. Die Energieversorgung Offenbach habe einen eigenen Ökostromtarif, die Mainova ebenfalls.
Durch einen Umstieg auf Ökostrom sei mit vergleichsweise geringen Mehrkosten schon ein kleiner Klimaschutzbeitrag zu leisten. Es solle zudem Verpflichtung werden, neben dem Strombezug auch alle anderen Energielieferungen, den normalen Einkauf der Verwaltung und die Mobilität unter Klimaschutz-Gesichtspunkten zu beurteilen.