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Neu-Isenburg - Politik

Kooperation statt Widerstand

EIN MEDIENZENTRUM soll demnächst an der Ludwig-Uhland-Schule in Gravenbruch eingerichtet werden. (DZ-Foto: Jordan)

Neu-Isenburg (DZ/ba) – Mit dem „erneut aufgeflammten Widerstand gegen die Stadtteilbibliothek Gravenbruch“ beschäftigt sich der Sprecher der Grünen-Stadtverordnetenfraktion, Nick Timm, in einer Preeseerklärung. Das von seiner Partei auf den Weg gebrachte Projekt sei ausführlich im Stadtparlament diskutiert worden und stütze sich auf eine breite Zustimmung, ruft Timm in Erinnerung.Dabei gehe es nicht um zu „toppende Quantitäten von Bücherausleihen, um die Verdrängung vorhandener Büchereien oder die Befindlichkeiten der mit viel Engagement dort ehrenamtlich Tätigen. Es geht um etwas ganz grundsätzliches. Es geht um eine zukunftsweisende Weichenstellung für zeitgemäße Lern- und Medienangebote in einem Bildungszentrum“, bekräftigt Timm den Standpunkt der Grünen.

„Wir leben in einer sich rasant verändernden Kommunikations- und Medienwelt mit neuen Anforderungen an Lernziele und Inhalte. Hier geht es nicht nur um das Ausleihen von Büchern, sondern um PC-Anschlüsse mit Zugang zu Internet und Datenbanken, digitale Lernhilfen mit professioneller Anleitung und Betreuung“, so Timm.

Die Integration in die Ludwig-Uhland-Schule solle ein wohnortnahes Angebot schaffen, eingebettet in die schulische Ausbildung. Darüber hinaus ergäben sich Möglichkeiten für die Nutzung der Erwachsenenbildung – zum Beispiel für Kursusangebote und Vortragsabende und für ein Heranführen einer breiter gefächerten Zielgruppe an die moderne Kommunikationstechnologie.

Die Westendbibliothek mit 29.000 ausgeliehenen Medien und 36.000 Besuchern sowie die Stadtteilbibliothek Zeppelinheim mit 1.400 ausgeliehenen Medien und 7.000 Besuchern bei nur 1.400 Einwohnern seien lebendige Beispiele für den Bedarf solcher Angebote. Timm: „Und das will man den 5.500 Bewohnern von Gravenbruch verweigern? Einem Stadtteil mit jungen Familien.“

Wer stattdessen alternativ eine Dreifelderhalle ins Spiel bringe, habe nichts begriffen von den notwendigen Prioritäten, die für die Zukunft gesetzt werden müssten.

Was die Sorge der kirchlichen Büchereien vor der Verdrängungskonkurrenz betreffe, so sei diese eher übertrieben. Beide Institutionen verfolgten unterschiedliche Ziele, könnten sich aber wunderbar ergänzen. Und anstelle des Widerstandes gegen notwendige Erweiterungen in diesem Bereich des Bildungs- und Kommunikationsangebots solle man lieber über Kooperationsmöglichkeiten nachdenken.

Eine Stadtteilbibliothek in Gravenbruch für unverzichtbar hält auch der Dezernent für Kultur und Sport, Theo Wershoven (CDU). „Ein abgelegener Stadtteil wie Gravenbruch mit über 5.000 Einwohnern ohne ausreichende kulturelle Infrastruktur hätte mit einem der Uhland-Schule angegliederten Medienzentrum einen Treffpunkt, in dem Kommunikation, Bildung, Lernen für Jung und Alt sowie kleine kulturelle Events stattfinden könnten“, argumentiert der Politiker.

Auch wäre eine solche Einrichtung eine Bereicherung mit „identitätsstiftender und integrativer Funktion für den Stadtteil, der sich dynamisch entwickelt und zunehmend von Menschen mit Migrationshintergrund bewohnt wird,“ meint Wershoven. Warum sich Mitglieder des Ortsbeirates gegen eine Aufwertung und attraktive Weiterentwicklung des urbanen Gefüges ihres Stadtteils aussprächen, bleibe rätselhaft.

 
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Herausgeber:
Dreieich-Zeitung
Günther Medien GmbH