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Neu-Isenburg
Neu-Isenburg (DZ/ba) – „Es hört sich auf den ersten Eindruck paradox an, dass sinkende Abfallmengen zu höheren Abfallgebühren führen. Allerdings: je weniger Abfall anfällt, desto mehr Fixkosten müssen auf weniger Gebührenzahler verteilt werden,“ erklärt die Betriebsleiterin des städtischen Dienstleistungsbetriebs (DLB), Petra Klink, im Zusammenhang mit der für den 1. Juli vorgesehenen Anhebung der Müllgebühren. Allerdings muss dem die Stadtverordnetenversammlung noch zustimmen.Trotz der „positiven Auswirkungen der Tourenoptimierung, der Neuorganisation der Abfallwirtschaft und der nahezu konstanten Personalkosten der 21 Beschäftigten“ bleibe ein Defizit von rund 634.000 Euro bestehen, berichtet der Magistrat. Zu Buche schlagen würden dabei die Abschreibung aus Forderungen in Höhe von 100.000 Euro, die durch die Insolvenz eines früheren Altpapier-Abnehmers entstanden sei, sowie die gestiegenen Kosten für die Entsorgung von Grünschnitt und Sperrmüll, die um 95.000 Euro höher als geplant gewesen seien.
Die Betriebskommission des DLB hält eine Erhöhung der Abfallgebühren um rund acht Prozent für erforderlich, um den gesetzlichen Vorgaben zur Kostendeckung im Bereich Abfallwirtschaft zu entsprechen.
Pro Abfuhrtag werden zur Zeit 1,71 Millionen Liter Behältervolumen geleert, im Jahr 2001 lag das Behältervolumen bei 2,01 Millionen Litern. Dies bedeutet einen Rückgang von 15, 6 Prozent. Vor allem im gewerblichen Bereich seien die Abfallmengen stark gesunken.
Der über Gebühren zu deckende Betrag in Höhe von 4,6 Millionen Euro müsse auf das zu entsorgende Müllbehältervolumen von 1,71 Millionen Liter verteilt werden, „also rund 2,72 Euro pro Liter bei 52 Leerungen pro Jahr“, wird vorgerechnet.
„Die Jahresgebühr einer 60 Liter Tonne steigt von 151,20 Euro auf 163,80 Euro – dies sind pro wöchentlicher Leerung rund 24 Cent. Zusätzlich kann pro Haushalt zweimal jährlich eine kostenfreie Sperrmüllabholung bestellt werden“, erläutert der DLB. Unverändert bleiben die Verkaufspreise von Müllsäcken bei drei Euro pro 60-Liter-Sack und für Laubsäcke bei 1,25 Euro pro 60 Liter-Sack.
„Trotz der moderat gestiegenen Gebühren liegt Neu-Isenburg kreisweit im unteren Bereich“, hält der Magistrat eventuellen Kritikern entgegen.