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Obertshausen
Offenbach (DZ/mi) – Die Initiatoren von „Fußball ist das Tor zum Lernen“ haben kürzlich während einer Podiumsdiskussion die Ergebnisse ihrer Arbeit in den vergangenen beiden Jahren vorgestellt. Das Projekt nutzt Sport als Integrationsmedium. Das Ziel ist, jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren, die eine Beziehung zum Mannschaftssport haben, durch Qualifizierungs- und Orientierungsmaßnahmen den Einstieg in das Berufsleben zu ebnen. Gül Keskinler, Geschäftsführerin von EKIP – Interkulturelles KompetenzTeam, das das Projekt realisiert, kündigte an, das Unternehmen auch auf andere Sportarten wie beispielsweise Tischtennis, Handball und Gesundheitssport zu erweitern, um weitere Gruppen zu gewinnen. Projektleiter Jörg Gerresheim wies darauf hin, dass neben Ausbildungsbausteinen auch soziale Module wie Konfliktmanagement oder Schuldenprävention zur Ausbildung gehören. In Zusammenarbeit mit dem HFV wird eine Ausbildung zum Fußballtrainer beziehungsweise Übungsleiter absolviert. Das Jobcenter habe 2011 dem Projekt 50 Teilnehmer zugewiesen. Allerdings sei die Hälfte nicht erschienen oder wegen Unzuverlässigkeit ausgeschlossen worden. „Bei den verbliebenen Teilnehmern haben wir aber eine Vermittlungsquote von 67 Prozent erreicht“, berichtete Gerresheim nicht ohne Stolz. Patrick Klein, Dozent und Sportwissenschaftler, ergänzte, dass alle die Trainerausbildung bestanden hätten, was für das Selbstwertgefühl ungemein wichtig sei. DFB-Vizepräsident Rolf Hocke freute sich, dass der Fußball zur hohen Erfolgsquote beigetragen habe. Der DFB habe schon vor einigen Jahren im Rahmen seiner gesellschaftspolitischen Aufgaben eine Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit beschlossen. Hocke sprach Gül Keskinler und ihrem Team seine Anerkennung für die großartige Arbeit und die hohe Vermittlungsquote aus. „67 Prozent sind zwar toll, aber auch, wenn nur einem geholfen wird, ist das ein Erfolg“, fügte er an. Abschließend ermunterte er die Teilnehmer: „Geht zielstrebig Euren Weg!“ Natascha Kauder (MainArbeit Jobcenter Stadt Offenbach) hat sich aufgrund der erfolgreichen Arbeit bei ihren Vorgesetzten für eine Fortsetzung des Projekts eingesetzt. Lobende Worte für das Konzept fand auch Peter Dinkel. Er unterstrich, dass Sportvereine wichtige Integrationsträger sind, aber Integration sei keine Einbahnstraße. „Bestes Beispiel ist Kickers Offenbach - unser Verein ist multikulti!“, so der OFC-Vizepräsident weiter. Er wies auf das Konzept „Jobfit“ hin, bei dem Joblotsen jungen Menschen helfen, im Arbeitsleben Fuß zu fassen. Bisher habe man 80 junge Menschen vermitteln können. Dinkel will sich dafür einsetzen, dass die beiden Projekte kooperieren. Unser Bild zeigt von links: Jürgen Weil (Sportbüroleiter), Jörg Gerresheim, Gül Keskinler, Peter Dinkel, Rolf Hocke und Patrick Klein (DZ-Foto: so)