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Rodgau
Dreieich (DZ/jh) – Die „Dreieichhörnchen“ können ein Lied davon singen: Aller Anfang ist schwer. Doch zum mittlerweile reichen Erfahrungsschatz der Akteure unter dem Dach des Fördervereins gehört auch, dass sich mit Ausdauer und Selbstbewusstsein viel erreichen lässt. Seit vor zwölf Jahren nach langer Planungsphase endlich mit der Realisierung des 1986 erdachten Konzeptes für eine Kinder- und Jugendfarm am Reuterpfad in Sprendlingen begonnen werden konnte, wurde vieles erreicht. Das weiß auch der Pädagoge Willy Juch, Mann der ersten Stunde und in Sachen Farm ein Überzeugungstäter. Bei einem Austauschwochenende des Dachverbands für Jugendfarmen und Aktivspielplätzen (BdJA) bestand vor Wochenfrist Gelegenheit, erneut intensiv für die Idee und die Arbeit der mittlerweile 170 Einrichtungen im Bundesgebiet zu werben. Die zentrale Botschaft Juchs, der gemeinsam mit der Förderverein-Vorsitzenden Beate Flesch ausführliche auf das örtliche (Erfolgs-)Modell einging: An den Start gingen die Kombinationen aus Freizeitbauernhöfen und Abenteuerspielplätzen als innovative Freizeitangebote. Mittlerweile haben sie längst den Status wichtiger Bildungsprojekte. Den über 100 Teilnehmern des Treffens, meist Vertreter vergleichbarer Einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet, gab Juch sein bekanntes Credo mit auf den Weg: Kinder- und Jugendfarmen müssen Bestandteil der sozialen Infrastruktur werden, wie Schwimmbäder und Sportstätten.
Dass die BdJA-Zusammenkunft, die erstmals in Dreieich stattfand, auch Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, auf den Plan rief, unterstreicht laut Juch die Bedeutung der Farm. Immerhin fordere der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan als Ergebnis pädagogischer Arbeit „starke kommunikationsfreudige, kreative, verantwortungsvoll handelnde, forschende und entdeckungsfreudige Kinder“ – ein Leitmotiv auch der „Dreieichhörnchen“. Nach Angaben der Staatssekretärin gibt es in Hessen, wo im März der Arbeitskreis der Jugendfarmen und Abenteuerspielplätze (AJAH) gegründet wurde, bislang zehn Einrichtungen: „Kinder- und Jugendfarmen sind ein vorbildliches Modell, um Kindern ein gesundes und fundiertes Naturverständnis zu vermitteln. Hier stehen ihnen Erfahrungs- und Gestaltungsmöglichkeiten offen, die heute vielfach verloren gegangen sind und die dazu beitragen Erlebnishunger, Neugier, Bewegungsfreiheit zu stillen.“
Am sogenannten „Bildungs-Aperitif“ nahm auch Bürgermeister Dieter Zimmer teil. Die Stadt Dreieich finanziert unter anderem die beiden hauptamtlichen Pädagogen am Reuterpfad. Juch verwies auf die zahlreichen Besuche von Schulen und Kitas am Vormittag und auf die Kooperationen mit Betreuungseinrichtungen im Rahmen der Ganztagsschule. Stets gehe es darum, den Mädchen und Jungen Raum für das selbstbestimmte Spielen und Lernen zu erschließen. Ein zentrales Anliegen des Fördervereins, in dem bereits 280 Familien organisiert sind: Gerade junge Kinder sollen sich nicht einseitig auf Computer und TV-Gerät fokussieren. „Wir vernetzen vorhandene Projekte, tauschen uns aus, geben Ideen als auch Erfahrungen weiter und helfen, dass viele neue Projekte entstehen“, formuliert der Dreieicher ein zentrales Anliegen der AJAH, die ihrerseits konsequent auf die enge Kooperation mit Kindergärten und Schulen setzt.
Wer sich über die vielfältigen Angebote der Kinder- und Jugendfarm interessiert, kann sich vor Ort (außerhalb der Ferien montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr) und im Internet (www.dreieichhhoernchen.de) informieren.