SPD: Tendenz "pro Kern" Freie Wähler und FDP unterstützen Helfmann

RÖDERMARK. Es ist relativ übersichtlich, das Tableau der Empfehlungen vor der Bürgermeister-Stichwahl am kommenden Sonntag (19.). Während die führenden Köpfe von Union, Freien Wählern und FDP dazu aufrufen, Carsten Helfmann (CDU) zu wählen und ein neues Kapitel in der Stadtpolitik aufzuschlagen, ­appelliert die Andere Liste (AL/Grüne) an die Stimmberechtigten, sich für Amtsinhaber Roland Kern und damit für Kontinuität und Verlässlichkeit zu entscheiden.

Die Sozialdemokraten, deren Kandidat Samuel Diekmann im ersten Durchgang am 5. Februar den Einzug in die Stichwahl verpasst hatte (15,2 Prozent), geben offiziell keine Präferenz für Kern oder Helfmann zu erkennen.

Seine Wähler seien "mündig" und könnten "alleine entscheiden", welcher der beiden verbliebenen Kandidaten just jenen Vorstellungen, für die er (Diekmann) im Wahlkampf geworben habe, mehr oder weniger großen Stellenwert einräume, ließ der unterlegene SPD-Bewerber verlauten.

Wenngleich nach außen hin Neutralität zur Schau gestellt wird, schimmert im Dunstkreis der Genossen eine Tendenz "pro Kern" durch. Zahlreiche Diekmann-Anhänger denken dabei wohl nicht zuletzt an die Zusage des Titelverteidigers, er werde nach einer Wiederwahl in gut zwei Jahren, im Sommer 2019, in Pension gehen und dann den Weg für einen Nachfolger frei machen.

Der Sozialdemokrat, noch jung an Jahren (Diekmann feiert am Tag nach der Stichwahl seinen 36. Geburtstag), könnte 2019 erneut seinen Hut in den Ring werfen. Würde Helfmann zum Bürgermeister gewählt, so wäre der Chefsessel der Rödermärker Stadtverwaltung über die volle Amtszeit hinweg - bis 2023 - besetzt und für Diekmann nicht erreichbar.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Zimmermann hat die Mitglieder und Wähler seiner Partei ermuntert, auf die Karte "Stimme für Kern, Neuwahl 2019" zu reizen.

Diekmann habe sich mit seinem kommunalpolitischen Engagement "eine tolle Basis aufgebaut". Er sei deshalb gut beraten, in zwei Jahren erneut um den Bürgermeisterposten zu kämpfen, erklärte Zimmermann am Abend nach der ­ersten Wahlrunde beim Zusammentreffen der SPD in der Gaststätte der Turnerschaft Ober-Roden. (kö)

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