- Home | Politik | Wirtschaft | Sport | Gesellschaft | Kultur | Vereine | Leserbriefe
Rödermark
Rödermark (DZ/kö) – Zum wiederholten Mal ist am Donnerstag voriger Woche eine Geschäftsflieger-Maschine kurz vor der geplanten Landung auf dem Egelsbacher Flugplatz im Wald nahe der Autobahn 661 abgestürzt. Die Bilanz des Unglücks: Fünf Tote, Feuerwehr-Großeinsatz zu nächtlicher Stunde, andauernde Ermittlungsarbeiten der Sicherheitsbehörden. Die Rödermärker „Bürgergruppe gegen Fluglärm und Tiefflüge“ zeigt sich alarmiert und aufgeschreckt. Ihr Tenor: Nicht auszudenken, welche Folgen zu beklagen wären, wenn ein Jet in ein Wohngebiet krachen würde.Man halte es – „auch wenn seitens der zuständigen Behörden beständig auf den Einklang der Anflüge mit dem Gesetz hingewiesen wird – nicht für ausgeschlossen, dass es auch über Rödermark zu einem Absturz kommen kann“, ließen die Kritiker der bestehenden Anflugroute nach der neuerlichen Schock-Nachricht verlauten.
Zur Erinnerung: Bereits im Dezember 2009 war es – nur einen Steinwurf von der jetzigen Absturzstelle entfernt – zu einer ähnlich gestrickten Ereigniskette gekommen. Eine im Landeanflug befindliche Maschine berührte die Baumwipfel, stürzte zu Boden und brannte aus. Damals verloren drei Menschen ihr Leben.
Die Route, auf der Freizeit- und Geschäftsflieger den Mini-Airport in Egelsbach ansteuern, führt (aus östlicher Richtung kommend) über den Rödermärker Süden. Gegen diesen Sachverhalt, der Klagen über zunehmenden Fluglärm zur Folge hat(te), macht die Bürgergruppe seit zwei Jahren mobil. Ihre zentrale Forderung: Eine alternative Streckenführung, die nicht über besiedeltes Gebiet, sondern über Wälder und Felder führe, sei zwingend erforderlich. Und sie wäre, entsprechende Kooperationsbereitschaft der verantwortlichen Stellen vorausgesetzt, auch plan- und machbar.
Die Gefahr, die die Niedrig- und Vielfliegerei im Rhein-Main-Ballungsraum heraufbeschwöre, werde durch die Abstürze in besonders dramatischer Form ins Bewusstsein gerufen. Rainer Hoffmann, Koordinator der Bürgergruppe, und dessen Mitstreiter wiederholen ihr Klagelied, dass sie seit 2010 schon mehrfach angestimmt haben.
Zitat: „Der Flugplatz Egelsbach befindet sich im Bereich des Flughafens Frankfurt. Demgemäß müssen die Egelsbach anfliegenden Flugzeuge unterhalb des für Frankfurt reservierten Luftraums bleiben, der in einer Höhe von 1.500 Fuß (=457 Meter über Normalnull) beginnt. Das Gelände in und rund um Rödermark liegt in einer Höhe von bis zu 180 Metern über Normalnull. Hinzu kommen Gebäude und zahlreiche Hochspannungsmasten.“
Die Bürgergruppe stellt fest: „Somit fliegen die Maschinen den Flugplatz Egelsbach nur knapp über den Rödermärker Häusern an. Zudem geschieht dies in einem Luftraum, in dem sich zahlreiche andere Flugzeuge und Hubschrauber bewegen, die den Anflug der Business-Jets auf Egelsbach in gleicher Höhe kreuzen.“
Schlussfolgerung der Fluglärm- und Tiefflüge-Gegner: Die Problematik müsse entschärft werden. „Routenverschiebung“ laute das (erste) Gebot der Stunde. Auf vermeinliche Optimierung mittels Technik zu setzen, halten Hoffmann und Co. hingegen für blauäugig.
Sie geben zu bedenken: „Was das immer wieder ins Spiel gebrachte Instrumenten-Landesystem betrifft, so spricht dagegen vor allem, dass es nicht vor möglichen Pilotenfehlern schützen, aber vielmehr die Voraussetzungen dafür schaffen würde, dass die Tiefflüge über Rödermark deutlich zunähmen. Neben dem weiterhin bestehenden Sicherheitsrisiko hätte Rödermark dann auch noch eine höhere Lärmbelastung.“